Meine beste und schlechteste Arbeitserfahrung

10Nächstes Jahr, genau am 2. Jänner 2015, sind es genau zehn Jahre, dass ich freiberufliche Übersetzerin bin! Wie die Zeit vergeht! Wenn ich zurückblicke, habe ich schon sehr viele Erfahrungen gemacht und nette und wenig nette Sachen erlebt.

Meine netteste Erfahrung habe ich nicht als Übersetzerin gemacht, sondern als Dolmetscherin. Es liegt vielleicht daran, dass meine Tätigkeit als Übersetzerin eher zu Hause stattfindet. Meistens leistet mir nur mein Computer Gesellschaft. Beim Dolmetschen ändert es sich aber alles und diese Arbeit hat bestimmt seine Vorteile! Vor ein paar Jahren habe ich bei einem italienischen Abend in einem bekannten Restaurant im 1. Bezirk von Wien gedolmetscht. Ein italienisches Konsortium aus Friaul hat fünf Köche aus den besten Restaurants seiner Region nach Österreich gebracht und ein 5-gängiges Menü mit den besten Weinen serviert. Zwischen den Einsätzen durfte ich auch die exquisiten Gerichte essen und die besten Weine trinken, ich habe auch für österreichische Promis, die dabei waren, gedolmetscht und hochkarätige Köche kennen gelernt. Das, was mir besonders gefallen hat, war eher am Ende der Veranstaltung. Der Präsident des Konsortiums hat sein Buch über friaulische Esskultur samt Rezepten vorgestellt und, obwohl ich das Buch selbst nicht übersetzt hatte, wurde ich von vielen Gästen gebeten, das Buch zusammen mit seinem Autor zu signieren. Tolles Ambiente, köstliches Essen und Spaß: Was kann man sich mehr wünschen, wenn man arbeitet?

Die schlechteste Erfahrung habe ich dann gemacht, als ich mich entschieden habe, einem Italiener freiwillig zu helfen. Vor ca. 8 Jahren habe ich ein E-Mail von einem 65 jährigen Sizilianer erhalten. Er litt unter Rückenschmerzen und bat mich um Unterstützung bei einem Arztbesuch in Österreich. Am Tag nach dem Einsatz habe ich einen Anruf von seiner Frau erhalten. Sie konnte ihren Mann nicht erreichen und daher hatte sie mich kontaktiert, um zu fragen, ob es ihrem Mann gut geht. Ich habe ihr erzählt, dass alles erledigt sei und er zurückfliegen würde. Sie hat sich bedankt und aufgelegt. So weit so gut!

Nach nicht einmal zwei Minuten läutet mein Handy noch einmal und sie ist wieder am Apparat. Sie hat dann behauptet, die Rezeption vom Hotel angerufen zu haben und sich voll gewundert, warum ich antworte!! Die Dame war wütend, hat mich mit den schlimmsten Worten geschimpft und mir vorgeworfen, mit ihrem Mann geschlafen zu haben! Ich war mehr als schockiert! Ich wollte dem Menschen nur helfen und wurde so behandelt! In meiner Karriere werde ich eher unwahrscheinlich ähnliche seltsame Situationen erleben! Hoffentlich!

 

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