Cultura, civiltà e intercultura

Durante la mia formazione universitaria in Austria come insegnante di italiano e di francese ho sentito molto spesso la parola “interculturalità”, che ormai è uno dei concetti chiave della glottodidattica. Con questo termine altro non si definisce che il modo in cui è più propenso insegnare alla classe la cultura del paese di cui s’impara la lingua.

Grazie a un webbinar di Paolo Balboni, docente presso l’Università Ca’ Foscari di Venezia, ho avuto la fortuna di riflettere sulle mie conoscenze al riguardo. Non sono giunta a nulla di nuovo, ma ho trovato un aspetto per me fortemente ispirante nel ruolo di insegnante.

Balboni sottolinea l´importanza dei due concetti su cui si basa l´interculturalità: la cultura e la civiltà. La cultura ci permette di conoscere la quotidianità del paese straniero come le abitudini a tavola o il modo di vestirsi. Si tratta di concetti fondamentali che non solo servono a conoscere meglio un’altra nazione, ma anche a comunicare. E’ infatti conoscendo la cultura che si acquisiscono le competenze comunicative, il cosiddetto savoir-faire. Grazie all’interculturalità questo concetto si arricchisce, perché permette un confronto con la propria persona, la propria cultura e soprattutto lascia la libertà di osservare.

La cultura, da sola, ha tuttavia i suoi limiti, sostiene Balboni. Finita la curiosità iniziale su ciò che accomuna o distingue due o più culture, gli studenti perdono interesse.

È per questo che è anche importante la civiltà, il vero obiettivo dell’insegnamento secondo il glottodidatta. Grazie ad essa si conosce l’identità di un popolo e dei suoi valori. È ciò che a lungo termine costituisce il fascino di un paese, il motivo per cui decidiamo di imparare una lingua straniera.

La civiltà, a differenza della cultura, ci svela quello che Balboni definisce il “way of being”, la forma mentis di una nazione. Questo concetto nasconde in sé un elemento affascinante: ci svela un mondo nuovo con idee e concetti che danno un’identità concreta alla lingua che si studia.

Balboni sottolinea che davanti a una civiltà diversa, un valore diverso, non si rimane gli stessi: si cambia, ci si contamina, si scoprono nuove cose e ci si arricchisce. E secondo lui è qui che risiede il grande compito dell’insegnante: fare da ponte tra la civiltà di un paese straniero e la classe, permettendo così agli studenti e alle studentesse di capire le civiltà diverse e soprattutto crescere culturalmente. Tutto ciò costituisce un grande arricchimento, un ampliamento delle proprie prospettive.

In un’era in cui il populismo è sempre all’erta e propaga la paura del contagio da parte del diverso, si può notare quanto sia importante quest’idea di confronto. Conoscere qualcosa di diverso non significa abbandonare il proprio mondo per entrare in un altro, significa soltanto scoprire nuove prospettive. La civiltà siamo noi, sostiene Balboni. Non è la società che decide chi siamo e cosa ci arricchisce o ci impoverisce, ma siamo solo e soltanto noi con le nostre idee e con i nostri valori a determinarla.

Nell’ambito del webbinar Balboni ha proposto ai partecipanti di stilare una lista dei motivi personali per cui vale la pena imparare una determinata lingua straniera. Essendo l’italiano e il francese le mie due materie d’insegnamento, propongo qui quello che per me costituisce il fascino dell’Italia e della Francia:

Italia:

  • Il suo Rinascimento
  • La cucina
  • La cultura del bello
  • L´importanza della musica
  • La sua storia
  • L´arte
  • La diversità all´interno del Paese

Francia

  • Forti ideali di libertà, uguaglianza e fratellanza
  • La divisione Stato e Chiesa
  • Patria dell’Illuminismo
  • Forte identità nazionale
  • Il valore della cucina
  • Il forte valore della cultura

Ecco, per questi motivi, credo sia bello imparare queste due lingue! Questi sono gli aspetti che mi affascinano e mi hanno accompagnato nella riscoperta della mia madrelingua e nell´apprendimento del francese. Adesso, nelle vesti di insegnante, intendo trasmettere alle mie classi questi tratti culturali così interessanti.

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Kultur, Landeskunde und Interkulturalität

Der Begriff „Interkulturalität“ ist allgegenwärtig in der Fremdsprachendidaktik. Damit beabsichtigt man – ganz grob beschrieben – das Kennenlernen der Kultur hinter einer Fremdsprache unter Berücksichtigung der eigenen.

Im Rahmen eines Webinars über dieses Thema hat Paolo Balboni[1], Professor an der Uni Ca´ Foscari (Venedig) und einer der größten Namen im Bereich der Fremdsprachendidaktik in Italien, zwei wichtige Aspekte der Interkulturalität durchleuchtet. Es handelt sich dabei um die Unterscheidung zwischen Kultur und Landeskunde.

Laut Balboni beschäftigt sich die Kultur im Fremdspracheunterricht mit der Übermittlung der allgemeinen Kenntnisse über ein fremdes Land wie zum Beispiel, was die Menschen zum Frühstück essen. Dies ist essentiell nicht nur, damit wir verstehen, wie die anderen leben und die Welt sehen, sondern auch damit wir lernen, in der Fremdsprache richtig zu kommunizieren. Dadurch erlangen wir also wichtige kommunikative Kompetenzen, das sogenannte savoir-faire.

Die Entdeckung der anderen Kultur verbirgt in dieser Hinsicht für SchülerInnen eine Faszination, die jedoch schnell an Kraft verlieren kann, wenn sie nicht von der Landeskunde begleitet wird. Was meint Balboni genau mit diesem Begriff?

Darunter versteht er das Kennenlernen der richtigen Identität eines Volkes und seine Werte. Das sollte das wahre Ziel der Fremdsprachelehre sein, denn nur diese Kenntnisse über ein fremdes Land tragen dazu bei, eine Fremdsprache langfristig faszinierend zu machen. Die Lehrkraft hat deswegen die wichtige Aufgabe, die Werte eines Landes für die Klasse greifbar zu machen.

Balboni betont, dass der Vergleich mit einem anderen Land die Lernenden verändert: Wir entdecken dabei Neues und bereichern uns. In einer Zeit, in welcher der Populismus immer auf Lauer ist und die Angst verbreitet, von anderen Kulturen kontaminiert zu werden, gewinnt dieser Prozess an Bedeutung. Kulturelle Eigenschaften von einem anderen Land kennenzulernen bedeutet nicht, die eigene Welt zu verlassen, um der neuen beizutreten. Es bedeutet nur, neue Perspektiven zu entdecken.

Die übermittelnden Werte in Verbindung mit der Landeskunde sind aber nicht vorgegeben, behauptet Balboni. Es ist nicht die Gesellschaft, die entscheidet, wer wir sind, was uns bereichert oder welche Prinzipien wir vertreten. Die Werte sind in uns und nur wir sind in der Lage, diese auszuwählen.

Im Rahmen des Webinars hat Paolo Balboni vorgeschlagen, eine eigene Liste der Gründe zu erstellen, warum ein Land fasziniert und daher es sich lohnt, seine Sprache zu lernen. Da meine Unterrichtsfächer Italienisch und Französisch sind, habe ich hier zwei Listen für mich gemacht:

Italien

  • Die Renaissance und die Wichtigkeit der Kunst
  • Die Küche / slow food
  • Die Musik im Leben der ItalienerInnen
  • Seine junge und bewegte Geschichte
  • Die Schönheitskultur
  • Die Diversität im eigenen Land
  • Die Gastfreundlichkeit

Frankreich

  • Wichtige Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit
  • Die Trennung zwischen Staat und Kirche
  • Das Land der Aufklärung / Revolution
  • Starker nationaler Identität Stolz und Identität
  • Wichtigkeit der Kultur
  • Die Küche

Diese Aspekte machen für mich Italien und Frankreich zwei faszinierende Länder. Italienisch ist meine Muttersprache und hat daher schon immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, aber zu meiner Zeit als Schülerin habe ich mit vollster Interesse und Begeisterung Französisch gelernt, weil mich eben die oben genannten Eigenschaften für mich motivierend waren. Jetzt als Lehrerin möchte ich sie meinen SchülerInnen weitergeben!


[1] https://www.edilingua.it/it-it/Documento.aspx?ElementID=f6f9f810-acba-4610-b23d-255bcdac4f46

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Schilder verstehen!

2015-02-22 18.43.31[1]

Im Wr. Neustädter Spital ist mir beim Warten dieses Schild aufgefallen.

Ich habe zuerst das Schild mit meinem italienischen Verstand gelesen. In Italien kann es leider vorkommen, dass Leute durch Geldbestechung sehr schnell einen Termin für einen Facharzt oder eine Fachuntersuchung bekommen. Geld ermöglicht das, was das normale Medizinsystem nicht schafft!

Ich habe mir gleich gedacht: „Nein, die Korruption hat auch hier Fuß gefasst und die MitarbeiterInnen im Spital werden jetzt auch durch Geld bestochen! Schade!“.

Kurz nach dieser Anmerkung hat sich aber in mir der österreichische Verstand eingemischt und mit Erleichterung habe ich die Botschaft neu interpretiert und genau verstanden! Es geht um das Trinkgeld!

Die italienische Art ist, Geld im Voraus zu zahlen, wenn man etwas Gescheites bekommen will, und die österreichische Art ist, Trinkgeld zu geben, wenn man mit einer gescheiten Leistung zufrieden ist. Die richtige Auffassung geht von dieser Feststellung aus!

Die korrekte Aufnahme einer Botschaft hat also sehr stark mit den kulturellen Hintergründen im Kopf der LeserInnen zu tun. Daher ist es wichtig, den Text einer Fachperson anzuvertrauen, die in der Lage ist, die Inhalte sinnhaft, zielgerichtet und angepasst an die kulturellen Begebenheiten zu übersetzen.

Neben der Mitteilung auf Deutsch war auch die entsprechende Übersetzung ins Türkisch. Es wäre interessant zu wissen, ob die Übersetzung in dieser Hinsicht gelungen ist!

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Ich bin da ein bisschen komisch…

Meine älteste Tochter besucht gerade die 1. Volksschulklasse und vor ein paar Tagen bei einer Leseübung mit dem Titel „Antonio aus Italien“ wurde sie von der Lehrerin gefragt, wie man auf Italienisch „Mahlzeit“ sagt. Die Frage wurde ihr gestellt, weil die Lehrerin weiss, dass sie zweisprachig Italienisch-Deutsch aufwächst.

Sie konnte auf der Stelle nicht antworten. Die anderen Kinder haben dafür gleich gewusst und „Buon appetito“ gesagt.

Zu Hause hat sie mir alles erzählt und ich habe sie gleich gefragt, wieso sie es nicht wusste. Das Wort sagen wir eh oft zu Hause. Ihre Antwort war: „Mama, du weisst, ich bin da ein bisschen komisch: Wenn ich in Österreich bin, kann ich nur Deutsch. Wenn ich in Italien bin, dann kann ich plötzlich alles auf Italienisch sagen!“.

Ja, so ist sie wirklich! Zweisprachige Kinder können interessanterweise nicht immer gleich sagen, wie ein Wort in die andere Sprache übersetzt wird. In ihrem Kopf laufen die zwei Sprachen selbständig nebeneinander auf zwei verschiedenen Schienen.

Kinder wissen schon von Anfang an, dass eine Sprache eine eigene Welt für sich ist. Mit einer Sprache verbinden sie besondere Situationen, Gefühle, Emotionen, Erinnerungen, Erlebnisse, Erfahrungen, die sie auf Anhieb nicht mit einem anderen Kommunikationssystem ausdrücken können.

Wir Erwachsene verlangen eine Übersetzung, eine Bindung zwischen den zwei Sprachen, weil dies für uns logisch erscheint, aber Kinder wissen ganz genau, dass Übersetzungen nicht immer wortwörtlich sein können, und halten daher ihre zwei Sprachwelten voneinander getrennt.

Zweisprachigkeit bedeutet also nicht gleich Übersetzerfähigkeit. Daher ist es von Vorteil zwei- oder mehrsprachig aufzuwachsen, aber die Kunst der Übersetzung soll erst im erwachsenen Alter erlernt werden!

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Haben Sie schon gewusst…?

Haben Sie schon gewusst, dass in Italien eher unwahrscheinlich ist, eine Bolognese Soße mit Spaghetti serviert zu bekommen?

Der Grund dafür ist die Bedeutung bzw. Wichtigkeit von Nudeln im Allgemeinen für die ItalienerInnen.

Für jedes Rezept gibt es bestimmte Pastasorten, die passen. Für mich ist es zum Beispiel undenkbar, Bolognese Soße mit Spaghetti zu essen! Eine Bolognese wird normalerweise mit Bandnudeln, Penne oder anderen ähnlichen Sorten begleitet, aber auf keinen Fall von Spaghetti! In meiner Küche habe ich einen richtigen Pastakasten mit mindestens 15 Sorten für jede Gelegenheit parat!

Auch die Art und Weise, Nudeln zu kochen, ist äußerst wichtig! Spaghetti, die vom Topf herausschauen und eine halbe Stunde kochen oder in das kalte Wasser gegeben werden, können den Gemütszustand der ItalienerInnen tief erschüttern! Pasta kann nur al dente sein und soll nach bestimmten Regeln gekocht werden, um die Speise genießen zu können.

Also, die Geschichte mit der Pasta ist in etwa wie für die ÖsterreicherInnen das Ski Fahren: Das kann man hierzulande einfach besser! 🙂

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Wählen in Italien und in Österreich

Als europäische Staatsbürgerin durfte ich am letzten Sonntag, den 25. Jänner 2015, den Bürgermeister meiner Stadt in Niederösterreich wählen. Meine ältere Tochter (6,5 Jahre alt) hat zum ersten Mal gefragt, was Wählen bedeutet und wie es funktioniert. Wir Eltern haben es ihr erklärt und mein Mann hat ihr gleich vorgeschlagen, dass sie mit ihm in die Wahlkabine geht und sieht, wie es abläuft.

Meine erste Reaktion ist gewesen: „Nein, das ist überhaupt nicht erlaubt!“.

So bin ich darauf gekommen, dass es in Sache Wählen viele Unterschiede zwischen Italien und Österreich gibt!

In Italien gibt es strenge Regeln, die bei der Ausübung des eigenen Wahlrechts beachtet werden müssen. Andernfalls riskiert man, ins Gefängnis zu kommen oder sehr hohe Strafen bis zu 2.000 Euro je nach Straftat zu bekommen.

Vor der Stimmenabgabe werden der Stimmzettel und der Personalausweis vorgelegt und alle Daten genau überprüft.

Der Wähler/Die Wählerin geht allein in die Kabine. In manchen Fällen dürfen Kinder nicht einmal das Wahllokal betreten. Es ist außerdem verboten, Handys oder andere elektronische Apparate mitzunehmen, da der Stimmzettel fotografiert werden könnte.
Bei der Stimmabgabe wird ein Bleistift (!) verwendet. Dieser wird dem Wahler/der Wählerin von der Kommission in die Hand gedrückt und muss nach der Wahl unbedingt abgegeben werden.

Es handelt sich offensichtlich um zwei verschiedene Welten! Aber dort (Süditalien), wo Stimmen kein demokratisches Instrument mehr sind und gegen einen neuen Job, einen gratis Einkauf, eine neue Waschmaschine oder eine Rechnungszahlung verkauft werden, sind diese Maßnahmen das Mindeste!

Jede/-r bekommt, was er/sie halt (an Vertrauen) verdient!

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Wörter sind trügerisch!

Im September habe ich mir nach langer Zeit ein Theaterstück mit dem Namen „Was wahr war“angeschaut.

Es ist darum gegangen, dass die Wahrheit manchmal sehr schwer zu beurteilen ist. Der Regisseur, Michael Engler, behauptet in seinem Vorwort, dass wir immer auf der Suche nach der Wahrheit sind, aber unser Gehirn nur das aufnimmt, was ihm gerade notwendig erscheint. Wir schmücken Erlebtes aus, erfinden Geschehenes hinzu, meint er.

Wörter sind trügerisch, denn was der eine meint, wird vom anderen noch lange nicht exakt so verstanden. Je geringer der Wortschatz, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man nicht einmal ausdrücken kann, was man tatsächlich erlebt hat.

Also erst nach dieser Betrachtung kann man wirklich nachvollziehen, was für ein mächtiges und gleichzeitig faszinierendes Mittel die Kommunikation ist. Nicht nur das Verständnis der Fremdsprache ist notwendig, sondern auch der Wortschatz, der Ausdruck und die Kenntnis der kulturellen Hintergründe in der Zielsprache.

Ein Sprachkurs kann also dabei helfen, die besten Kompetenzen zu erlangen!

Wurden Sie schon einmal in Ihrer Muttersprache vollkommen missverstanden? Stellen Sie sich vor, was dann geschieht, wenn zwei Sprachen im Spiel sind!

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Wohnen Sie oder leben Sie in Österreich?

Koffer überfüllt mit typischen Lebensmitteln aus der Heimat, DVDs und Büchern in der eigenen Sprache, Kleidung und Schmuck aus dem eigenen Land, Suche nach Menschen mit derselben Herkunft, Beibehaltung und Neubewertung der eigenen Traditionen…

Egal welcher Herkunft erkennen sich dabei bestimmt alle, die nicht in ihrer Heimat leben!
Es ist ein interessantes und vor allem ein kulturübergreifendes Phänomen.

Vielleicht ist es eine Art, der Sehnsucht nach dem Heimatland entgegenzuwirken. Es ist ein ganz normales Verhalten, aber meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen!

Wenn man zu viel an dem Herkunftsland hängt, riskiert man, sich zu isolieren! Es ist, als ob solche Menschen in einer großen Wohnung leben und davon nur die Küche für all ihre Bedürfnisse verwenden würden. Sie hätten ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Bad zur Verfügung, aber sie haben diese Wohnräume gar nicht bemerkt.

Wie kann man z.B. in Österreich leben und keine Heurigen besuchen, die Berge von diesem Land weder im Sommer noch im Winter genießen, den atemberaubenden Blick seiner Bergen nicht kennen, den Geschmack seiner Küche ignorieren, das kulturelle Erbgut und seine Traditionen nicht beachten?

Eine Öffnung der Menschen in dieser Hinsicht würde sehr viel zu ihrer Integration beitragen und die Sehnsucht nach dem Heimatland würde bestimmt schwächer werden!

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Retourkutschen

Schon einmal eine Retourkutsche erlebt?

Vor ein paar Jahren, als ich noch keine Kinder hatte, war ich im Kino und neben mir saß ein Mann, den ich gleich als äußerst komisch empfunden habe. Er war mit zwei jungen Menschen unterwegs, wahrscheinlich seinen Kindern. Für mich war damals wirklich unklar, was er mit seinem Verhalten beabsichtigte: Er sprach nur Italienisch und die anderen zwei antworteten nur auf Deutsch.

Die Situation war für mich so ungewöhnlich, dass ich nicht mehr wusste, ob er ein Italiener war oder er sich einfach einbildet, er soll Italienisch mit den Kindern reden. Über eines war ich mir aber mehr als sicher: Der Mann war echt komisch!

Heute verstehe ich alles und… ich befinde mich genau in derselben Situation wie er! So ist das Leben! Wer hätte es gedacht? Ich will nicht wissen, wie viele Leute auch denken, dass ich komisch sei, wenn ich unterwegs mit meinen Kindern bin! Ich spreche ausschließlich Italienisch mit ihnen und sie antworten mir auf Deutsch!

Wenn wir in Italien sind, glaube ich oft, ich erkenne meine Kinder nicht mehr! Da wird plötzlich nur Italienisch gesprochen und die Kommunikation funktioniert! Warum denn nicht mit mir? Vielleicht, weil wir uns sowieso auf Deutsch oder Italienisch verstehen!

Das ist eine Facette der Zweisprachigkeit! Ja, ich hätte mir wirklich gewünscht, dass meine Kinder mit mir nur Italienisch reden würden, aber es ist halt nicht so!

Deutsch ist die Sprache, die sie täglich im Kindergarten, in der Schule und für die Kontakte mit der Umwelt brauchen, es ist ihre Bildungssprache und daher eindeutig und richtigerweise die dominante Sprache.

Ich habe aber zum Glück ein Ass im Ärmel: Ihre Herzsprache, das heißt die Sprache der Gefühle und der Emotionen, ist eindeutig Italienisch! Die Herzsprache ist mächtiger, als man denken könnte, und irgendwann wird sie auch ihren richtigen Platz in ihrer Zweisprachigkeit einnehmen!

Hoffentlich! 😉

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Rassismus existiert doch in Österreich!

Es mussten 13 Jahre vergehen, bis ich in Österreich Rassismus erleben durfte!

Ich war vor ein paar Tagen mit meinen zwei Töchtern vor einem Supermarkt und habe mit ihnen Italienisch gesprochen. Plötzlich steht vor mir ein älterer Mann um die 70 Jahre. Er schaut mich ganz ernst an und fordert mich auf, mit meinen Kindern Deutsch zu reden, weil wir in Österreich sind.

Ich mache ihn aufmerksam, dass ich mit ihm gerade einwandfrei Deutsch rede und meine Kinder sowohl Deutsch als auch Italienisch perfekt sprechen können. Das interessiert ihn aber nicht im Geringsten und er spricht weiter. Wir sind in Österreich und da wird nur Deutsch gesprochen! Wenn ich eine andere Sprache sprechen möchte, soll ich nach Hause zurückfahren! Sein Ton war harsch und sein Blick böse.

Er hat meine Antworten kaum gehört und mir dann die Frage gestellt: „Wollen Sie da bleiben? Sagen Sie, wollen Sie da bleiben?“

Ja, sicher will ich da bleiben! Da ist meine Familie, meine Arbeit, meine neue Wahlheimat! Eine Fremdsprache in der Öffentlichkeit zu sprechen sagt überhaupt nicht aus, wie gut oder schlecht ich in der Gesellschaft integriert bin!

Nein! Ich wollte diesem bösen Menschen einfach nicht mehr weiter zuhören! Ich habe meine Kinder gepackt, die mit großen Augen die spannende Konversation mitverfolgt haben, und bin weitergegangen. Statt ihm „Auf Wiedersehen“ zu sagen, habe ich ihm nur gesagt: „Gott sei Dank trifft man so böse Leute wie Sie sehr selten!“

Schade, dass er in so einem hohen Alter noch nicht verstanden hat, dass das Leben ein Miteinander und kein Gegeneinander ist und die Diversität die Menschheit nur bereichern kann!

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