Was die Italiener von den Österreichern denken…

Der Fernseher. Er ist ein treuer Begleiter jeder italienischen Familie. Der Fernseher läuft den ganzen Tag. Er ist also allgegenwärtig. Kein Wunder dann, wenn ich manchmal gefragt werde, ob es den Fernsehsender Canale 5 (italienischer Privatsender) auch in Österreich gibt und ob die Leute im Fernseher dann Deutsch reden… Kann man da ernst bleiben?

Deutsche Herkunft. Für die Italiener spielt es keine große Rolle, ob man aus Österreich oder Deutschland kommt. Sie beziehen sich nur auf die Deutschen. Wenn man sie darauf aufmerksam macht, antworten sie alle gleich: „Deutsch, eh Österreichisch“. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich in Italien höre, dass meine ältere Tochter wie eine Deutsche aussieht…

Essen. Der durchschnittliche Italiener geht davon aus, dass die Österreicher nur von Kartoffeln und Fleisch leben! Ich muss immer lachen, wenn ich das höre!
Viele Italiener sind fest überzeugt, die italienische Küche ist die beste und keine andere kann mithalten! Bei meinem letzten Besuch in Italien habe ich bei Verwandten festgestellt, sie gehen davon aus, wir leben in Österreich, machen Urlaub in Italien und daher müssen wir unbedingt die tollen guten Sachen essen, die wir sonst zu Hause nie bekommen! Der Mann meiner Kusine hat uns zum Beispiel heiß empfohlen, Salami zu essen, weil wir sonst so etwas Gutes nie bekommen! Er hat wirklich keine Ahnung, wie viele Wurstwaren es in Österreich gibt!

Kaffee. Die Regel lautet: „Frag nie einen Italiener im Ausland, ob er einen heimischen Kaffee trinken möchte“. Für die Italiener gibt es keinen besseren Kaffee als den Espresso und nur in Italien schmeckt er, wie es sich gehört. Was der Rest der Welt außerhalb von Italien Kaffee nennt, ist untrinkbar!

caffe

 

 

 

 

 

 

 

Kein Sommer. Nein, Österreich liegt definitiv nicht auf derselben Höhe wie Island, aber die Italiener glauben, hier in Österreich ist nie Sommer! Sie kriegen immer so große Augen, wenn ich sage, hier erreichen wir manchmal im Sommer auch 40 Grad.

Alle blass. Die Italiener glauben, alle Nordeuropäer haben eine sehr helle Haut und werden nicht so schnell braun. Es mag sein, dass sie hellhäutig sind, aber ich hatte noch nie den Eindruck, von Vampiren umgeben zu sein! 
Die Italiener wissen nicht, dass viel mehr Leute hier die Sonnenstudios besuchen und, sobald die Sonne scheint, sind die Menschen meistens in der frischen Luft und genießen die Sonnenstrahlen. Ich war selbst in der ersten Zeit hier in Österreich überrascht, wie viele Leute in der Sonne liegen, wenn das Wetter einmal schön ist. In Italien spielt die Sonne keine so wichtige Rolle und wird eher vermieden, weil es sonst zu heiß wird.

 

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Einfach kulturelle Unterschiede!

GÄHNEN: In Österreich ist Gähnen nur ein Zeichen, dass man müde ist und kein Mensch denkt sich noch was dabei. In Italien ist es aber ganz anders und man muss damit wirklich vorsichtig sein! Das Gähnen erinnert mich an meine Kunstgeschichtelehrerin im Gymnasium in Italien. Sobald jemand in ihrer Stunde gegähnt hat, war sie tiefst beleidigt. Gähnen ist in Italien auch Synonym für Langweile! Wenn man also gähnt, ist es immer besser zu betonen, dass man müde ist…

Clipboard02KÖRPERNÄHE und KÖRPERBERÜHRUNG: In Österreich ist eher Distanz angesagt, wenn man sich unterhält. In Italien, wenn man unter Freunden ist, berührt man sich gerne beim Gespräch. Es passiert oft, wenn man etwas betonen oder die Aufmerksamkeit vom Hörer komplett für sich haben will. Also nicht erschrecken, wenn die Hand vom Sprechen mitten im Gespräch auf unseren Arm landet!

 

SAUNA: In Österreich ist Sauna für Männer und Frauen die gleiche und ab einem bestimmten Alter sind auch Kinder im Saunabereich zugelassen. Dies ist in Italien unvorstellbar und ich habe immer noch mit den österreichischen Saunen ein Problem… In Italien gibt es getrennte Saunen für Frauen und Männer. Warum? Ich weiß es nicht genau, aber Casanova war auch ein Italiener und bei gemeinsamen Saunen könnte die Zahl der Scheidungen in Italien schnell steigen!

Clipboard03PÜNKTLICHKEIT: Das ist schon sehr wichtig in Österreich. Es ist ein Zeichen von Respekt, pünktlich zu erscheinen! In Italien scheint es anders zu sein: Pünktlichkeit ist eher eine Ausnahme und eine Verspätung von 15 Minuten ist nicht einmal der Rede wert! Das gilt auch für Züge! Die Zugverspätungen werden in Italien erst ab mindestens 20 Minuten wahrgenommen!

 

GESTIKULIEREN: Ja, die ItalienerInnen gestikulieren einfach gerne! Gestern habe ich Clipboard4mich im Kindergarten meiner Töchter mit einer Mitarbeiterin unterhalten. Das Thema war lustig und ich habe öfter als sonst gestikuliert. Es war interessant zu beobachten, dass die Dame ständig von meinen Händen abgelenkt wurde. Sie hat ständig dorthin geschaut, wo ich unabsichtlich hingedeutet habe…

UNTERBRECHUNGEN BEIM SPRECHEN: Im Deutschen ist der letzte Teil vom Verb eher am Ende und man soll einfach warten, dass der Sprecher fertig ist, damit man endlich weiß, was der andere will. Auf Italienisch funktioniert es anders und vielleicht aus diesem Grund wird viel öfter das Gespräch unterbrochen. Es kann ja auch in Italien als unhöflich empfunden werden, aber andererseits ist es auch ein Zeichen, dass wir emotionell voll dabei sind!

 

 

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Meine beste und schlechteste Arbeitserfahrung

10Nächstes Jahr, genau am 2. Jänner 2015, sind es genau zehn Jahre, dass ich freiberufliche Übersetzerin bin! Wie die Zeit vergeht! Wenn ich zurückblicke, habe ich schon sehr viele Erfahrungen gemacht und nette und wenig nette Sachen erlebt.

Meine netteste Erfahrung habe ich nicht als Übersetzerin gemacht, sondern als Dolmetscherin. Es liegt vielleicht daran, dass meine Tätigkeit als Übersetzerin eher zu Hause stattfindet. Meistens leistet mir nur mein Computer Gesellschaft. Beim Dolmetschen ändert es sich aber alles und diese Arbeit hat bestimmt seine Vorteile! Vor ein paar Jahren habe ich bei einem italienischen Abend in einem bekannten Restaurant im 1. Bezirk von Wien gedolmetscht. Ein italienisches Konsortium aus Friaul hat fünf Köche aus den besten Restaurants seiner Region nach Österreich gebracht und ein 5-gängiges Menü mit den besten Weinen serviert. Zwischen den Einsätzen durfte ich auch die exquisiten Gerichte essen und die besten Weine trinken, ich habe auch für österreichische Promis, die dabei waren, gedolmetscht und hochkarätige Köche kennen gelernt. Das, was mir besonders gefallen hat, war eher am Ende der Veranstaltung. Der Präsident des Konsortiums hat sein Buch über friaulische Esskultur samt Rezepten vorgestellt und, obwohl ich das Buch selbst nicht übersetzt hatte, wurde ich von vielen Gästen gebeten, das Buch zusammen mit seinem Autor zu signieren. Tolles Ambiente, köstliches Essen und Spaß: Was kann man sich mehr wünschen, wenn man arbeitet?

Die schlechteste Erfahrung habe ich dann gemacht, als ich mich entschieden habe, einem Italiener freiwillig zu helfen. Vor ca. 8 Jahren habe ich ein E-Mail von einem 65 jährigen Sizilianer erhalten. Er litt unter Rückenschmerzen und bat mich um Unterstützung bei einem Arztbesuch in Österreich. Am Tag nach dem Einsatz habe ich einen Anruf von seiner Frau erhalten. Sie konnte ihren Mann nicht erreichen und daher hatte sie mich kontaktiert, um zu fragen, ob es ihrem Mann gut geht. Ich habe ihr erzählt, dass alles erledigt sei und er zurückfliegen würde. Sie hat sich bedankt und aufgelegt. So weit so gut!

Nach nicht einmal zwei Minuten läutet mein Handy noch einmal und sie ist wieder am Apparat. Sie hat dann behauptet, die Rezeption vom Hotel angerufen zu haben und sich voll gewundert, warum ich antworte!! Die Dame war wütend, hat mich mit den schlimmsten Worten geschimpft und mir vorgeworfen, mit ihrem Mann geschlafen zu haben! Ich war mehr als schockiert! Ich wollte dem Menschen nur helfen und wurde so behandelt! In meiner Karriere werde ich eher unwahrscheinlich ähnliche seltsame Situationen erleben! Hoffentlich!

 

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Italienisch Gestikulieren am Steuer!

Die ItalienerInnen sind wohl bekannt für ihr Temperament, das auch beim Autofahren nicht erspart bleibt. Vielleicht ist Ihnen auch schon mal passiert, in Italien dies zu beobachten. Ich gehöre dazu und habe in Österreich schon ein paar nette Erfahrungen gesammelt und bin zu einem Schluss gekommen.

Ja, es scheint, dass ich mich in Österreich am Steuer nicht lange ärgern kann! Wissen Sie warum?

Minolta DSCDas italienische Gestikulieren beim Autofahren wird anscheinend anders interpretiert und mein Ärger verwandelt sich schnell in ein Lächeln! Schön, oder?

Vor ein paar Monaten bin ich mit meinem kleinen Auto auf einer Straße gefahren, auf der eine Spur gerade umgebaut wurde und nicht passierbar war. Meine Spur war frei und ich habe mich an die geminderte Geschwindigkeitsbeschränkung gehalten, bis ich vor mir ein LKW-Monster gesehen habe, das ganz schnell in meine Richtung gefahren ist. Meinem Leben zuliebe bin ich gleich stehen geblieben, um Platz zu machen und als der LKW an mir vorbeigefahren ist, habe ich mit dem Fahrer richtig geschimpft und mit der Hand gestikuliert. Der Fahrer hat anhand meine Handbewegung meine Stimmung komplett missverstanden und sich bei mir bedankt. Toll, habe ich mir gedacht! Ich schimpfe ihm und er sagt Danke! Wenn er nur wüsste, was ich ihm gesagt habe…

Einmal auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause hat mir an einer Kreuzung eine alte Dame den Weg geschnitten. Wenn ich schneller gefahren wäre, hätte es einen Unfall gegeben! Ich habe schon wieder gestikuliert und im Auto „Signora!!!“ geschrien. Die Dame hat mich angeschaut, sie hat mir ganz lieb und unschuldig zugelächelt und gleich zugewinkt… Was hätte ich da machen sollen? Ich habe auch zurückgewinkt und mir gedacht, wenn die Dame schon so alt und naiv ist, dann kann ich nur ihr Lächeln erwidern…

Eigentlich sollten wir alle immer lächeln! Es schädigt die Gesundheit sicher nicht und man fühlt sich gleich wieder gut darauf!

 

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Picobello: Was bedeutet das eigentlich auf Italienisch?

Wussten Sie, dass dieses Wort auf Italienisch keine Bedeutung hat?

Gestern im Kindergarten meiner Töchter habe ich mich mit einer Mitarbeiterin unterhalten und sie hat mir gesagt, sie verwendet gerne „picobello“, weil sie Italienisch liebt! Ich musste sie leider enttäuschen!

Picobello ist ein umgangssprachliches Wort, das auf Deutsch sehr gerne verwendet wird. Damit meint man, dass etwas ganz schön sauber und in Ordnung ist. Würden Sie aber in Italien das Wort „picobello“ verwenden, würde Sie kein Mensch verstehen…

„Alles paletti“ klingt auch Italienisch, aber auch dieser Ausdruck hat für die ItalienerInnen keine Bedeutung!

Für beide Ausdrücke gibt es Vermutungen, wie sie entstanden sind, aber eines ist sicher: „alles picobello“ und „alles paletti“ sind keine italienische, sondern echt deutsche Ausdrücke!

Anders ist für Wörter wie Ambiente oder Gusto. In diesem Fall könnte man behaupten, man verwendet italienische Wörter, aber sie werden auf Deutsch mit einer anderen Bedeutung als auf Italienisch verwendet! Es handelt sich in diesem Fall um sogenannte „falsche Freunde“!

Dazu gehört auch das Wort „prima“. In Österreich wird es kaum verwendet, aber die Deutschen lieben es! Vor ganz vielen Jahren war eine italienische Freundin von mir in Deutschland und kündigte der Gastfamilie an, um wie viel Uhr sie abgereist wäre. Auf die Antwort „prima“ antwortete sie irritiert. Prima bedeutet auf Italienisch „vorher“ und sie konnte sich nicht erklären, aus welchem Grund die Gastfamilie wollte, dass sie früher abreist…

Es ist nicht immer einfach mit den Sprachen, oder?

 

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Leopold Figl und… Italien!

Bei einer Dokumentation von Hugo Portisch über die Geschichte Österreichs bin ich auf die Weihnachtsansprache von Leopold Fiegl am 24. Dezember 1945 im Rundfunk gestoßen:

„Ich kann Euch zu Weihnachten nichts geben, ich kann Euch für den Christbaum, wenn ihr überhaupt einen habt, keine Kerzen geben, kein Stück Brot, keine Kohle, kein Glas zum Einschneiden. Wir haben nichts. Ich kann Euch nur bitten, glaubt an dieses Österreich!“

Englert_Franz_Firma_06_1926Ist sie nicht wunderschön? Die ÖsterreicherInnen können wirklich stolz auf sich sein! Nach dem Krieg haben sie nach vorne geschaut und fleißig gearbeitet! Es wird heute oft und gerne gejammert, aber nach 68 Jahren hat dieses Land einen beneidenswerten Wohlstand erreicht! In jedem Bereich, sei es Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Mode, Technologie, gibt es ÖsterreicherInnen, die sich auszeichnen oder ausgezeichnet haben! Geiger, RedBull, Magna, Bösendorfer, Kapsch, Elin sind bestimmt nur einige Namen, die Österreich in der ganzen Welt bekannt machen!

Auch Italien könnte eigentlich stolz auf ihre weltbekannten Marken sein: Benetton, Armani, Ferrari, Lamborghini, Lancia, Ferrero, Barilla, Chicco und viele andere. Das Land steckt aber im Moment tief in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Die internationale Presse spricht noch nicht darüber, aber seit dem 9. Dezember gibt es im ganzen Land friedliche Kundgebungen gegen die Politik! Die Leute protestieren, weil sie keine Zukunft sehen! Die Politik beschäftigt sich mit den Affären Berlusconis, führt neue Steuer ein und vergisst, dass das Volk verzweifelt ist! Eine fixe Anstellung zu haben ist ein Privileg für wenige! Die italienischen Familien leben nicht, sie überleben, weil die Mitglieder zusammenhalten! Die Arbeit fehlt, das Geld fehlt und den Menschen wird dadurch auch die Würde weggenommen! Die Selbstmordrate ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und die jungen Menschen ohne Beschäftigung haben einfach keine Perspektiven! Kurz ausgedrückt hat Italien seinen Tiefstand erreicht!

Heuer gibt es zu Weihnachten in Italien keine friedliche Zeit! Die Politik muss sich ändern, aber die ItalienerInnen auch! Ich kann Italien nur wünschen, dass sich jede/-r die Ärmel aufkrempelt und daran arbeitet, um wieder an das eigene Land zu glauben!

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Ein Schuhverkäufer als Übersetzer

Sind Sie auf der Suche nach einer Übersetzerin? Nach den Suchergebnissen unter diesem Wort in Google erhalten Sie eine unendliche Liste! Sind aber die Leute, die sich als ÜbersetzerInnen ausgeben, wirklich Leute, die das Fach studiert haben? Nein, ich glaube es nicht!

Vor ein paar Jahren wurde ich von einem Italiener angerufen, der seine Tätigkeit als Übersetzer anfangen wollte. Er hatte schon seit ein paar Jahren in einem Schuhgeschäft als Verkäufer in Österreich gearbeitet und dadurch die deutsche Sprache gut gelernt, meinte er. Deswegen wollte er Job wechseln und übersetzen!

Stellen Sie sich vor, Sie brauchen dringend einen guten Zahnarzt, suchen einen im Internet und ganz zuversichtlich verlassen Sie sich auf einen Elektriker, der gerade einen neuen Job ausprobieren möchte…

SchildJa, Übersetzen wird wohl keine große Kunst sein! Es gibt eh genug Wörterbücher, die man dabei verwenden kann, werden manche denken… Ja, Wörterbücher können bestimmt bei der Übersetzung von einzelnen Wörtern helfen. Wie man aber dem Foto entnehmen kann, ist leider auch nicht immer so! Sehr peinliche Situationen können die Folge sein!

Bei der Suche nach einem Wort im Wörterbuch bekommt man eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die die Auswahl richtig erschweren können, wenn man sich nicht auskennt. Mit Fachwörterbüchern ist es noch schlimmer! Ein bekanntes Wörterbuch für Recht und Wirtschaft Deutsch-Italienisch gibt 12 italienische Fachwörter für das Wort Beschluss. Unvorstellbar, oder?

Die ausgezeichneten Kenntnisse der Fremdsprache sind unentbehrlich, aber auch nicht alles beim Übersetzen! Wie in jedem Beruf ist es notwendig, sich ein Fachwissen anzueignen und dieses über die Jahre auszubauen und zu vertiefen.

Verlassen Sie sich nur auf richtige ÜbersetzerInnen! Es zahlt sich aus!

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Eine Italienerin in Österreich! Das war der Anfang…

Einer Sprache mächtig zu sein heißt nicht unbedingt, die andere Kultur perfekt zu kennen! Gerade die ersten Monate in einem fremden Land können einem Menschen wirklich sehr viel beibringen! Das ist meine Erfahrung:

Hände schütteln. In Italien werden Hände nur in formellen Situationen geschüttelt. Freunde oder Bekannte tun es nicht, um sich zu begrüßen. Das erste Mal, das mir in Österreich die Hand zum Verabschieden gereicht wurde, habe ich dem anderen Menschen einen Sessel in die Hand gedrückt…

Mahlzeit! In Österreich wird die Mittagszeit durch diese Begrüßungsform richtig zelebriert. In Italien zeigen sich Hunger und Mittagspause nicht auf diese Art und Weise. Das erste Mal, dass ich so begrüßt wurde, war ich gerade in einem Bürogebäude für ein Vorstellungsgespräch. Ich hatte gerade etwas gegessen und habe mich sehr geniert, weil ich es als Hinweis empfunden habe, dass mein Mund schmutzig ist! Von mir ist also keine Antwort herausgekommen. Ich habe mich gleich in die Toilette geschlichen und kontrolliert, ob mein Mund sauber ist!

Schuhe ausziehen bitte! In Österreich werden die Straßenschuhe fast immer ausgezogen, wenn man sich lange an einem Ort aufhält. Egal, ob man zu Hause, bei Freunden oder in der Arbeit ist, macht man sich gemütlich. Das erste Mal, dass ich es erlebt habe, war ich mit Freunden auf einer privaten Feier. Ich habe mich richtig gewundert, wie viele paar Schuhe die Hausbesitzer haben, bis mir gesagt wurde, dass ich auch die Schuhe ausziehen soll. Es hat am Anfang Überwindung gekostet. In Italien werden Schuhe auf keinen Fall woanders als zu Hause ausgezogen…

Entschuldigung! In Österreich entschuldigt man sich gleich, auch wenn nur der Verdacht besteht, jemanden unabsichtlich berührt zu haben. In Italien kommt dies sehr selten vor. Es gibt Leute, die die anderen richtig rammen und es nicht einmal merken. Ich werde nie das Gesicht meiner Tante in Italien vergessen, als ich mich bei ihr wegen einer Berührung entschuldigt habe. Wer weiß, was sie sich von mir gedacht hat…

Begrüßen… In Italien ist der Portier in einem Wohngebäude der Freund aller BewohnerInnen! Er ist für jede/-n immer da. Er quatscht alle an und ist bei Bedarf immer bereit zu helfen. Ein Portier ist also einfach ein netter Mensch! Das war meine Einstellung, als ich in Österreich meinen ersten Job in einem Büro in einem Wohngebäude mit Portier angefangen habe. Ich habe den Portier beim Grüßen nett angelächelt und… das Lächeln ist mir gleich vergangen, weil er dies als Anmachversuch empfunden hat!

Fahne_ItalienInzwischen bin ich schon seit 12 Jahren in Österreich und ich fühle mich in beiden Ländern wie zu Hause, aber das Vergleichen endet nie: Manchmal ist es zu Gunsten Italiens und manchmal Österreichs. Das Schöne daran ist, dass ich für mich das Beste aus beiden Kulturen aussuchen kann! Ich bin mir auch sicher, meine zwei Töchter, halb Italienerinnen und halb Österreicherinnen, werden auch nur davon profitieren!

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Die Übersetzung als Verbindung zwischen Kulturen

KindergartenDas neue Kindergartenjahr meiner Tochter hat vor ca. drei Wochen angefangen! Die Wände, die Pinnwände, die Fester, die Türen, die normalerweise schön bunt mit Zeichnungen, Dekorationen und Fotos verziert sind, warten, dass alles wieder seinen Lauf nimmt und die Kinder fleißig ihre Fähigkeiten und Kreativität zeigen.

Die Kindergartenpädagogin hat aber dafür gesorgt, dass die Räume sowohl für Kinder als auch für Eltern trotzdem nicht anonym aussehen und hat ein Schild gefertigt, auf dem sie den Familien in vielen Sprachen „herzlich willkommen“ heißt.

Die Sprachen, die sie ausgesucht hat, sind die Muttersprachen der Kinder, die in ihrer Gruppe sind. Es handelt sich um eine kleine Geste, die aber schon beim Lesen ein Wohlgefühl auslöst!

Die Multikulturalität, die in der Gruppe herrscht, wird als Vorteil für die ganze Gemeinschaft hervorgehoben und jeder Erwachsene, der die kurze Botschaft liest, fühlt sich selbst und seine kulturelle Identität gleich angenommen! Die Integration und vor allem die Interaktion unter den Menschen funktioniert auf einmal viel besser!

Die Vermittlung solcher positiven Gefühle ist nur der Übersetzung zu verdanken!

Egal welche Botschaften man übermitteln möchte, egal in welchem Zusammenhang die Kommunikation stattfindet, spielt die Sprache eine wichtige Rolle! Die Verwendung der Muttersprache des Hörers oder des Lesers stellt bestimmt eine Voraussetzung für ein besseres Verständnis und ein offenes Zusammenleben dar.

 

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Werner Faymann, Joseph Bucher und… die unbekannten bekannten Modalpartikeln

Modalpartikeln stehen den Deutschsprechenden wirklich sehr nah, aber die Wenigsten  sind sich dessen bewusst! Wenn man das Wort „Modalpartikeln“ erwähnt, folgt höchstwahrscheinlich die Frage, was da genau gemeint ist. Unter dem Begriff fallen bloß, denn, doch, eben, eigentlich, einfach, etwa, halt, ja mal, nur, schon, vielleicht, wohl. Es handelt sich also dabei um Wörter, die sehr oft verwendet werden.

Ihre Wichtigkeit? Sehr hoch! Damit kann der Sprecher seine Gefühle, Erwartungen und Annahmen ausdrücken und seine Einstellung zur Situation aussagen.  Sie werden meistens in der gesprochenen Sprache verwendet. Je informell die Gesprächssituation ist, desto höher ist ihre Verwendung.

Was haben nun die Modalpartikeln mit den Politikern zu tun? Ich habe kein Wahlrecht in Österreich, da ich italienische Staatsbürgerin bin, aber mir ist das Programm auf ORF 2 „Wahl 2013“ mit Ingrid Thurner vor ein paar Tagen nicht entkommen! Die Journalistin hat Joseph Bucher und den aktuellen Bundeskanzler Werner Faymann interviewt. Gerade durch die Verwendung der Modalpartikeln hat die Fr. Thurner ihre Einstellung enthüllt.

Sie benützt oft und gerne Modalpartikeln, aber jedes Mal, dass sie mit dem BZÖ-Spitzenkandidat gesprochen hat, war die Häufigkeit von doch, doch einmal, ja, schon höher als sonst. Dies zeigt, dass sie nicht gerade ein BZÖ-Fan ist.

Die Frage, ob eine Journalistin ihre Einstellung im Rahmen eines Interviews mit Politikern aus verschiedenen Parteien irgendwie zeigen darf, ist dahingestellt. Ich persönlich finde Modalpartikeln ein echt faszinierendes Eigenmerkmal der deutschen Sprache! Es handelt sich um sehr kurze, immer unbetonte Wörter, aber sie üben eine große Macht in der Sprache! War es Ihnen auch bewusst?

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